Die hochstrittigen Eltern und woran eine Co-Elternschaft oftmals scheitert.

Die hochstrittigen Eltern und woran eine Co-Elternschaft oft Mals scheitert.

Seit inzwischen drei Jahren bin ich selbst – die ich durch meinen eigenen Fall zum ISUv gekommen war – als Aktive in der Bezirksstelle Nürnberg tätig. Tätig als ehrenamtlich arbeitender Beistand für Eltern, die sich nach ihrer Trennung Hilfe und Unterstützung beim ISUV holen.

Die vielen, vielen Geschichten, die ich in den drei Jahren gehört habe sind alle unterschiedlich und doch gleichen Sie sich frappierend.

Es ist eigentlich die immer gleiche Ausgangsposition: Ein Paar trennt trennt sich. Die Gründe sind verschieden, haben aber entweder damit zu tun, das man sich auseinander gelebt hat, dass einer er Partner eine andere Partnerschaft hat, dass die Ehe oder Beziehung den hohen Anforderungen an die Dreifachbelastung : Paar sein zu wollen – erwerbstätig sein zu müssen – Eltern sein zu können, nicht gewachsen sind.

Väter wollen heute teilhaben an dem Heranwachsen ihrer Kinder, gleichzeitig müssen dies Väter immer größere Mengen an Geld erwirtschaften, damit die Familie mithalten kann, sich im sozialen Mittelfeld etablieren kann. Mütter wollen selbstbestimmter sein als früher und haben jetzt nicht mehr nur die Last und Freude der Kindererziehung am Hals, sondern auch noch den mitsprachebedürftigen Partner, der als Mann ja immer andere Ansichten in Sachen Erziehung hat, als die Frau gemeinhin. Kinder werden heute nicht mehr als Geschenk Gottes betrachtet, sondern als Chance, damit all das verwirklichen zu können, was man selbst nicht geschafft hat. Deshalb müssen Kinder heute schon im Kindergarten Englisch lernen und in die musikalische Früherziehung, ins Ballet und ständig zum Zahnarzt, um die Milchzähe gegen kariöse Schäden versiegeln zu lassen. Allein die Diktatur des Gabentisches beim Kindergeburtstag der besten Kindergartenfreundin – die natürlich die Eltern aufgrund deren hohem sozialen Status ausgesucht haben – überfordert jede Familie. Da muss richtig geklotzt werden, sonst würde das Töchterchen schon im Vorschulalter in einen nie aufzuholenden Nachteil geraten.

Sarkasmus beiseite. Auch wenn die obige Darstellung von dem ein oder anderen als etwas zu überspitzt empfunden werden mag – ich will damit ausdrücken, dass heutige Familien einen viel größeren Druck erleben, als das noch unsere Eltern hatten (Ich bin Jahrgang 1965). Damals war die Erziehung ganz einfach: Wir mussten höflich und respektvoll sein, die schulischen Leistungen mussten so einigermassen passen. Erfahren ob das so ist, haben unsere Eltern bei den Elternsprechstunden, zu denen sie selbstverständlich hingegangen sind und wo sie dem Lehrer und dessen Ausführungen respektvoll zugehört haben. Heute werden Lehrer wegen Mobbings angezeigt, heute wird so machen Klassenarbeit Gegenstand einer nachfolgenden gerichtlichen Auseinandersetzung. Und wenn Sohn oder Tochter den schulischen Leistungsanforderungen weder kognitiv noch sozial gewachsen sind, suchen wir Eltern nicht etwa bei uns nach den Fehlern und nach Lösungen des Problems, sonder lassen Sohn oder Tochter untersuchen und da findet sich doch fast immer eine Lernstörung.

Das ist jetzt keineswegs überspitzt dargestellt. Ich weis wovon ich rede. Ich bin Lerntherapeutin . Entgegen dem allgemeinen Glauben meiner Berufsgenossen therapiere ich nicht in Einzeltherapie, sondern immer gerne in der Gruppe. Also ein “lernbehinderte” Kind in einer Gruppe mit drei oder vier “normalen” Kindern und dann geschehen da regelrechte Wunder. Denn niemand will wirklich der Außenseiter in der Gruppe sein, also passt man sich an, lernt nicht nur vom Lehrer, sondern auch von der Gruppe. Wird Einheit des Gruppengeistes und erfährt somit oftmals Spontanheilungen von LRS und A(D)HS. Einzig die Dyskalkulie lässt sich so nicht heilen. Warum wohl? Weil die als dyskalkus (=rechenschwach) diagnostizierten Kinder in der Regel hier wirklich einen Förderbedarf haben, während LRS und A(D)HS oftmals in Wirklichkeit nur das Symptom einer fehlgeleiteten elterlichen Erziehung ausdrücken.

Doch zurück zum Titel meines Aufsatzes – der im Übrigen gerne diskutiert und kritisiert werden darf und sogar dazu anregen will.

Wir haben also etliche Fälle hochstrittiger Eltern. Tatsache ist, dass der weitaus größte Teil der Scheidungen in Deutschland friedlich verläuft. Es gibt keine Krieg, keine Anklagen und damit auch keine Toten und Verwundeten auf dem Schlachtfeld der Scheidung. Also hört man davon auch öffentlich nichts. Darunter sind viele Familien, die nach der Trennung ein Wechselmodell praktizieren, es aber niemals so nennen würden. Meistens einige man sich anhand der beiden persönlichen Möglichkeiten, wie man die gemeinsamen Kinder betreuen wird. Dabei sind alle Zeitmodelle möglich und niemals würde hier der Gesetzgeber sagen: “Das dürft ihr nicht! Ihr müsst im Residenzmodell bestreuen und den Unterhalt muss analog der Düsseldorfer Tabelle fließen und es muss dazu einen Titel beim Jugendamt geben.” Niemals würde der Staat sich da einmischen. Der Staat mischt sich immer nur dann in unser Leben ein, wenn wir uns auffällig verhalten oder wenn wir den Staat um Hilfe bitten oder gar auffordern, hier ein Urteil zu sprechen.

Deshalb kann ich so einfach behaupten, dass es gerade diese Eltern sind, die zu den Gerichten laufen und sich gegenseitig mit Anträgen überziehen, die es bisher verhindert haben, dass das Wechselmodell Standard werden konnte. Ich sage provokant: Das Wechselmodell ist längst Standard in Deutschland. Wobei ich diesen Termini Wechselmodell überhaupt nicht leiden kann. Er hat etwas so Negatives: Ein Modell ist ein Versuch etwas zu konstruieren, Wechsel… impliziert, dass man da ständig wechseln muss. Und tatsächlich haben wir hier im Jugendamt eine Dame, die Kindern vom Wechselmodell abrät, indem sie ihnen sagt: “Ihr wollt doch nicht ständig zwischen Mama und Papa wechseln -oder?” In Ihren Berichten schreibt sie dann, dass die Kinder gar keine Vorstellung vom Wechselmodell gehabt hatten und erst durch ihre Erklärung verstanden hätten, dass sie damit ständig zwischen Papa und Mama wechseln müssten….

Ich liebe den Ausdruck Co-Parenting, den ich von Piet de Man gelernt habe. Da ich kein Freund von Anglizismen bin, habe ich es eingedeutscht in “gemeinsam trennt erziehen”, in “Co-Elternschaft” und in “Elternkooperation”.

Wenn also nun jemand zum ISUV kommt, höre ich die immer gleiche Geschichte, die damit beginnt: “Die Ex oder der EX hat dies und das… ich brauche einen guten Anwalt.”

Dass hier schon der sprichwörtliche Hund begraben liegt, sehen die Betroffenen zunächst mal nicht. Es ist also so, dass der bisherige Partner irgend etwas gemacht hat, was dem Hilfesuchenden nicht gefällt, ihn in Bedrängnis bringt, ihm seine elterlichen Rechte nimmt und so weiter.

Dass aber alleine er Gedanke oder Wunsch, dieser Aktion des bisherigen Lebenspartners mit einer Gegenaktion zu entgegnen unweigerlich in den Rosenkrieg führen wird, das sehen die Hilfesuchenden nicht. Ich fühle mich manchmal wie Don Quichotte und es dauert manchmal ganz schön lange, bis die Hilfesuchenden verstehen, dass sie diesem Krieg nur ausweichen und ihn damit gewinnen können, wenn sie nicht auf die Kriegserklärung eingehen. Das heißt, wenn “die Ex” mal wieder eine sehr emotionale und beleidigende SMS geschrieben hat, einfach nicht darauf antworten. Das heißt, prinzipiell beantwortet man natürlich jede Sms aber die Frage ist halt: wie man sie beantwortet.

Nehmen wir mal an, die bisherige Liebste Monika schreibt: “Niemals kriegst du die Kinder öfter als alle 14 Tage am Wochenende. Immer wenn sie bei dir waren, dauert es zwei Tage, bis die wieder normal sind, und jedes Mal sind sie ungewaschen und haben ein ganzes Wochenende lang nur Chips gegessen und Ferngesehen.” Wenn Max nun darauf antwortet “Spinnst du, das stimmt doch gar nicht. Die wollten am Sonntag Abend mal wieder nicht heim zu dir, haben geweint, weil du immer so streng mit ihnen bist und außerdem gibt es bei mir nur gesundes Essen. Schau mich an, ich rauche nicht und du rauchst sogar in der Wohnung. Die Frau vom Jugendamt hat auch gesagt, dass du die Kinder beeinflusst, das lass ich mir nicht gefallen, wir sehen uns vor Gericht.”

Wenn das also so oder ähnlich gelaufen ist, sind die beiden Eltern gerade dabei, die Figuren für ihre Schlacht aufzustellen, wie man das mit den Figuren auf einem Schachbrett tut. Denn beim Aufstellen überlegt man sich schon die Strategien, wie man den Gegner am ehesten und mit den geringsten möglichen eigenen Verlusten zu Boden bringt.

Wenn nun also Max antworten würde: Liebe Monika, bitte lasse uns nicht hier per sms streiten. Das hilft uns nicht weiter. Ich habe mich erkundigt, es gibt da die Möglichkeit, eine Mediator zu machen. Das ist eine Beratung, wo uns jemand helfen wird, eine Plan aufzustellen, wie das künftig mit den Kindern laufen kann. Ich geh da nächst Woche mal hin, erkundige mich. soweit ich weiss, hat da jeder einen eigenen Betreuer und kann sich beraten lassen.”

Wir Deutsche wissen, dass es bei uns für fast alles kostenlose staatlich oder kirchlich geförderte Hilfen gibt. Wir sind Mitglieder eines Sozialstaates. des best organisierten und best ausgebauten der Welt. Wir wissen das, aber wir nutzen das nicht. Ich erlebe, dass manchmal Mütter oder Väter sehr wohl Hilfe suchen, aber eigentlich nicht Hilfe, sondern Unterstützer im Kampf gegen den anderen Elternteil. Da wird man plötzlich krank, kann nicht arbeiten und keinen Unterhalt zahlen. Da kommt plötzlich das posttraumatische Belastungssyndrom aus der Minderheit wieder hoch, als Onkel Paul seine Hand …. Da macht sich plötzlich die Bandscheibe bemerkbar und man muss zur OP und zur Reha. Da gibt es so viele Möglichkeiten, um den anderen zu ärgern und sie alle werden rigoros genutzt.

Wenn Eltern sich trennen, die zuvor zum Beispiel gemeinsam ein Haus hatten, dass gilt es zu überlegen, ob dieses Haus erhalten bleiben soll. Wenn da Kinder sind, macht das Sinn, denn die werden das mal erben. Also muss man hier überlegen, wie das realisierbar ist. Vielleicht indem beide Eltern aus dem Haus ausziehen und es vermieten. Jeder der Eltern braucht ja jetzt keine so große Wohnung mehr und wenn das Haus vermietet wird, lassen sich von der Miete meist die Tilgung und Zinsleistung für das Haus aufbringen. Jeder ist seines Glückes Schmied heißt es. Und das besagt nichts anders, als dass jeder es für sich in der Hand hat, wie gut es ihm geht. Nach einer Trennung ist man eben nur noch für sich selbst und gemeinsam mit dem früheren Partner für die Kinder verantwortlich. Das heißt, es muss klar werden, dass nach einer Trennung jeder der ehemaligen Partner seinen und die Hälfte des Bedarfs der Kinder erwirtschaften muss. Mehr nicht! Man kann hier natürlich einen gewissen Ausgleich schaffen, wenn der Mann beispielsweise weniger verdient als die Frau … Man kann! Aber dazu bedarf es des Konsenses. Man kann damit auch vor Gericht gehen, aber das kostet Geld und zwar beide! Also Unsinn!

Der ISUV schließt hier eine Nische: Er hat in seinen Reihen aktive Leute, die Betroffenen helfen, sich ihre Situation mal aus einem entfernterem Blickwinkel zu betrachten und die vielleicht verfahrene Situation mit dem Jugendamt wieder auf die Reihe zu bringen. Und im ISUV sind auch Anwälte tätig. Nicht die Bösen, die auf Teufel komm raus verfahren brauchen, um davon leben zu können, sondern die mit einem sozialen Gewissen, denen eine außergerichtliche Einigung, zu der sie beitragen konnten lieber ist als hundert Gerichtsgebühren für völlig unnötige Verfahren.

Was wir in Deutschland wirklich brauchen, ist die Verpflichtung, sich bei einer bevorstehenden Trennung beraten und helfen zu lassen und zwar lange bevor Gericht oder Amt tätig werden. Wir brauchen das Bewusstsein, dass Elternschaft nichts ist, was der Staat zu regeln hat. Elternschaft liegt lauf Grundgesetz in unserer ureigensten Verantwortung und zwar unabhängig davon, ob wir als Eltern zusammen leben oder nicht. Ich wünsche mir so sehr, dass es mehr und mehr in allen Städten und auch Gemeinden zur Selbstverständlichkeit wird, vor einer Trennung zur Beratung zu gehen. Vor dem Vollzug der Trennung die wichtigsten Dinge geregelt zu haben.

Bei akuter Gewalt in einer Familie bedarf es der Möglichkeit in eine geschützte Einrichtung gehen zu können. Und dort muss dann gute Arbeit geleistet werden. Ich erlebe, dass Frauenhäuser oft von aktiven und aggressiven Frauenrechtlerinnen geführt werden. Das ist ein Unding. Da gehört neben einer Frau auch ein Mann in die Leitung. Da müssen noch im Frauenhaus Gespräche mit der geflüchteten Frau und ihrem Mann geführt werden. Da muss eine Strategie für das “Nach-dem-Frauenhaus” ausgearbeitete und umgesetzt werden. Und es muss natürlich auch Männerhäuser geben. Ich habe in den drei Jahren beim ISUV mehr Fälle gehabt, wo Männer von häuslicher Gewalt betroffen gewesen sind, als Frauen! Das lässt aufhorchen. Es ist nicht so, dass Frauen ihre Männer schlagen – in der Regel nicht! Aber sie brüllen den Partner an. sie schmeißen mit Geschirr nach ihm, sie sperren ihn aus der gemeinsamen Wohnung aus. Wir hatten hier im Haus meines Lebensgefährten mal ein Mieterehepaar, wo sie ihn regelmässig ausschloss. Er saß dann stunden lang mit den beiden Hunden im Auto in der Garage, ehe er wieder eingelassen wurde. Es gibt prügelnde und misshandelnde Männer – leider. Aber hier gibt es für Frauen viele Anlaufstellen, Für betoffene Männer nur wenige. Wir hier in Nürnberg haben einen Männerbeauftragten. Ich finde so eine Stelle nicht unbedingt für notwendig. Aber solange es in den Städten ganz selbstverständlich Frauenbeauftragte gibt, muss es dann auch das Pendant dazu für die Männer geben.

Ich appelliere an unsere Kirchen, die derzeit nicht zu wissen scheinen, wo ihr aktueller sozialer Auftrag liegt: kümmert euch um die Familien. Flüchtlinge haben genug Hilfe. Warum öffnet ihr nicht eure Klosterpforten für mehr Familienseminare? Warum beratet ihr nur in Büros in größeren Städten wochentags von 9:00 bis 17:00 Uhr. Wisst ihr denn nicht, dass die meisten Krisen am Abend, am Wochenende an den Feiertagen entstehen? Warum öffnet ihr uns Hilfesuchenden und uns Hilfegebenden nicht eure Pforten? Wir bräuchten gar keine Frauenhäuser oder Männerhäuser, wenn unsere vielen Klöster diese Rolle des Schutzgebens übernehmen würden.

Und ihr getrennten, ausgegrenzten, ausgenutzten Elternteile überlegt mal bitte, wo und wann ihr euer eigenes Scherflein zur schlimmen Lage, in der ihr euch jetzt befindet, beigetragen habt. Gerade heute schrieb mich wieder eine Frau an; das Gerichtet ungerecht, das Jugendamt unfair, der Gutachter unfähig und sie ist die Leidtragende, weil man ihr das Kind genommen hat. Falsch! Das Kind ist der Leidtragende, denn er musst erleben, dass man ihn von seiner Mama weggerissen hat, nachdem Mama und Papa immer erbittert gestritten hatten und Mama einfach nicht mit dem Jugendamt zusammen arbeiten will. Was wird das Kind denken: Na ganz klar: “Warum tut die Mama das? Will sie mich nicht mehr haben?”

Unsere typisch deutsche Familiengesellschaft wird derzeit massiv erschüttert und zerstört. Nicht (nur) von außen, sondern durch uns selbst. Wir lassen uns von unseren Familien scheiden, verbieten den Kindern den Kontakt zur Familie des anderen Elternteils, beanspruchen Kinder für uns, wie ein materielles Gut (Meine Wohnung, meine Auto, meine Tochter). Kinder gehören uns nicht, sie sind das Resultat, der unvergleichlich einzigartige Ausdruck von Gefühlen, die wir Einsmals füreinander gehabt hatten. Die meisten Kinder sind in Liebe entstanden. Und nun überziehen wie sie in unserer Trennung mit Kampf und Krieg. Wir zwingen sie, einen von uns für gut und den anderen für böse zu erklären. Wir zwingen ihnen ein unnatürliches Verhalten auf und wundern uns, wenn sie sich dann nicht gut entwickeln, wenn sie zu Psychose werden.

Hier muss das Umdenken beginnen und das Andershandeln anfangen. Denn Kinderwohl = Elternwohl = Gemeinwohl. Eltern ist man immer und solange der andere Elternteil lebt, ist man auch nicht alleinerziehend…. Gute Eltern sein, heißt Kinder in gemeinsamer Verantwortung großzuziehen und nicht etwa im Redisenzmodell,d ein zu einer guten Erziehung braucht es Papa und Mama gleichermassen und mit gleichen Rechten und Pflichten.

 

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About ISUV Kinderrechte

Von Beruf bin ich Jugend- und Heimerzieherin. Glernt hatte ich ursprünglich den Beruf der Friseuse, habe dann mein Fachabitur Ausbildungsrichtung Technik nachgeholt und Architektur studiert. Zunächst war ich meinem Heimatland Bayern sehr dankbar, denn man ehrte mich, indem man mir zusprach, unter das bayerische Begabtenförderungsgesetz zu fallen. Neben dem Studium arbeitete ich in der Redaktion eines Nürnberger Wochenblattes, das alsbald von der Abendzeitung aufgekauft wurde. Ich erhielt die berufliche Anerkennung des bayerischen Journalistenverbandes. 2005 zog ich nach Baden-Württtemberg, da mein erstgeborener Sohn F. an Epliepsie erkrankt war und ich dort für ihn die erhoffte medizinische und psychologische Hilfe bekam. Gelichzeitig mit meinem Umzug begann meine Ausbildung im pädagogischen Bereich, ich studierte an einem privaten Institut und machte dort den staatlich anerkannten Abschluss als Jugend- und Heimerziehrin. Nun arbeitete ich in verschiedenen Jugendhilfeeinrichtungen in Baden-Württemberg, ehe ich Ende 2002 zurück nach Bayern ging. Dort heiratete ich den Vater meiner beiden Kinder. Auch in Bayern war ich beruflich im pädagogischen Bereich bei den Rummelberger Einrichtungen tätig. Schon immer war es mein Anliegen für die Rechte der mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu kämpfen und so stellte ich mich auch hin und wieder offen gegen Entscheidungen der Obrigkeit. Vor allem dagegen, Kinder und Jugendliche aus rein finanziellen Gründen weiterhin in Einrichtungen zu behalten, anstatt eine Rückführung in die Ursprungsfamilien ins Auge zu fassen. 2007 traf ich meine große Jugendliebe wieder und lebe seither mit ihm zusammen. Er übernahm die Vaterrolle für meinen kleinen Sohn W. Das Kind lernte von ihn die ersten Worte und beide liebten sich von Beginn an. Unsere kleine Familie wuchs zusammen und war glücklich. Nur die ständigen Anzeigen, Anträge und Klageerhebeungen des EX-Mannes trübten unser Dasein. Im Juli 2012 entschied das Amtsgericht Schwabach und hier Frau Richterin Thiermann plötzlich, dass W. ab sofort zu seinem leiblichen Vater wechseln solle. Obewohl ihr dessen Alkoholkrankheit bestens bekannt war oder vielleicht gerade deshalb? Er war nicht mehr arbeitsfähig aber nicht rentenberechtigt. Damit dass er die Rolle des Betreuungselternteiles zugesprochen bekam, hatte ich fortan mehr Zeit und konnte somit den Unterhalt erwerben. Was ich auch tue. Nach wie vor lebt W. bei seinem Vater. Ohne Zweifel liebt er ihn sehr. Aber mich genauso. Der Anwalt des Vaters hat im OLG versprochen dahin zu wirken, dass sein Mandant der Mutter ein großzügiges Umgangsrecht einräumen würde, das hat das OLG dazu bewogen, dem Vater die Chance zu geben, als Betreuungselternteil zu zeigen, dass er es schafft, seinem Leben einen neuen Sinn geben zu können. Gekommen ist dann alles ganz anders. Seit Juli 2012 bis in den März 2016 hatte ich insgesamt über 60 begleitete Umgänge mit meinem Sohn. Nicht etwa, weil diese nötig wären, sondern weil sonst nicht gewährleistet wäre, dass der Vater den Umgang gewähren würde. Das Gericht hat keine Mittel an der Hand. Einem mittellosen Elternteil kann man auch keine pekuniären Ordnungsmittel auferlegen. Unser Sohn kennt seine Rechte und zählt die Tage bis er 14 ist und endlich frei und selbst entscheiden kann, denn jetzt wird ihm dies verwehrt. Ich für mich habe mich in die Situation gefügt, Umgang nur in begleiteter Form wahrnehmen zu können. Ich versuche für W. da zu sein, wo immer es geht. Wir genießen jede gemeinsame Minute. ich muss zusehen, wie mein Kind seine Kindlichkeit verloren hat und heute bereits ein recht ernster Mensch geworden ist, der seine Rechte kennt, aber erlebt hat, wie diese ihm einfach abgesprochen werden. Ich habe zunächst gegen das Jugendamt und die Gerichte gekämpft, bis ich erkannt habe, dass damit nichts zu gewinnen ist. Ein einmal im Familienrecht gebrochener Beschluss ist so leicht nicht umzuwerfen. Vor allem nicht, wenn er aufgrund fehlerhaften Verhaltens des Richters erfolgt ist. In meinem Fall ist die Richterin überall bekannt für ihre paradoxen Entscheidungen. Sie wirkt auf ihrem Richterstuhl wie ein hilfloses kleines Kücken. Aufgrund der vielen Fehlentscheidungen und deren öffentlicher Bekanntheit ist sie erpressbar geworden. Und das wird ausgenutzt. Sie wird nicht mehr versetzt, ihre Karriereleiter scheint keine weiteren Sprossen mehr zu haben, aber sie beleibt dennoch im Amt. Ich bin in meiner Verzweiflung zum ISUV gegangen und habe hier die Möglichkeit gefunden, anderen Menschen, die auch Probleme mit Amt und Gericht haben, zur Seite stehen zu können. Und ich habe im ISUV, einem Elternverband mit über 4000 Mitgliedern die Möglichkeit gefunden, auf die aktuelle Schieflache im Familienrecht aufmerksam zu machen und politisches Gehör zu finden. Im ISUV habe ich auf der Klausurtagung 2016 viele unendlich wertvolle Menschen kennen lernen dürfen, die sich alle der gleichen Sache verschrieben haben: Die Rechte der Kinder, die von der Trennung ihrer Eltern betoffen sind, stärken zu wollen. Nicht gegen die Jugendämter, nicht gegen die Gerichte, sondern im Einklang mit geltendem Recht.
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